Jede/r sollte das Recht haben, sich bei Überschuldung kostenfrei beraten zu lassen

Solingen, 23. Mai 2022

Im Rahmen der Aktionswoche mit dem Motto „… und plötzlich überschuldet“ sind die Beraterinnen der Schuldnerberatung der Diakonie am Mittwoch, den 01. Juni 2022 von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr unter der Telefonnummer 0212 287 200 für alle Fragen im Zusammenhang mit Schulden und Verschuldung zu erreichen.

Von der Verschuldung in die Überschuldung ist es manchmal nur ein kleiner Schritt und in Zeiten von rasant steigenden Preisen für Energie und Lebensmittel und großer Unsicherheit in der Wirtschaft ist dieser schnell getan – mit verheerenden Folgen.

Darauf macht die Schuldnerberatung des Diakonischen Werkes des Evangelischen Kirchenkreises Solingen anlässlich der Aktionswoche der Schuldnerberatung (30.05. bis 03.06.2022) aufmerksam, und fordert ein Recht auf Schuldnerberatung für alle und einen Ausbau der Schuldner- und Insolvenzberatung.

„Eine Krankheit, eine Periode der Kurzarbeit, eine heftige Nachzahlung beim Stromversorger: Vieles kann die eigene Finanzlage aus dem Gleichgewicht bringen. Das haben wir in der akuten Phase der Pandemie erlebt, das erleben wir jetzt vor dem Hintergrund steigender Preise,“ so Ursula Ring, Schuldnerberaterin bei der Diakonie „Und plötzlich ist man nicht mehr bloß verschuldet, sondern überschuldet, und damit gefangen in einem Teufelskreis aus Forderungen, die nicht beglichen werden können, Stigmatisierung und Scham.“

Recht auf Schuldnerberatung für alle

Wer sich Hilfe holt, hat bessere Chancen, aus der Überschuldung zu kommen. Dafür sind die Schuldner- und Insolvenzberatungen da.

Sie zeigen Wege auf, um die eigene finanzielle Situation zu stabilisieren und nachhaltig zu verbessern. In Solingen berät die Diakonie im Durchschnitt 1200 Ratsuchende im Jahr.

Leider haben nicht alle Menschen ein Recht auf eine kostenfreie Beratung– Soloselbständige, Rentner*innen, Student*innen und Arbeitnehmer*innen etwa sind davon ausgeschlossen.

Hier ermöglichen Eigenmittel des Evangelischen Kirchenkreises Solingen auch diesen Personenkreisen Beratung anzubieten, allerdings sind die Kapazitäten in diesem Bereich sehr begrenzt.

„Wenn man weiß, wie wichtig eine gute Beratung für die Überwindung der Überschuldung ist, leuchtet nicht ein, warum nicht alle, die in Schwierigkeit geraten, diese in Anspruch nehmen dürfen,“ so Ursula Ring. „Wir fordern ein Recht auf eine kostenfreie Beratung für alle und einen konsequenten Ausbau der Beratungsstellen, mit einer stabilen Finanzierung. Mit der passenden Hilfe können Existenzen gesichert werden“.

Hier kommen Sie zur Schuldner- und Insolvenzberatung des Diakonischen Werkes