07. September 2021

Virtueller Anti-Rassismus-Workshop des Diakonischen Werkes Solingen ein voller Erfolg

Die Integrationsagentur des Diakonischen Werkes Solingen lud kürzlich gemeinsam mit der Lehrerin und Referentin Sengül Bayarakli zu zwei Online-Workshops ein, die zum Ziel hatten, in den Schulen einen Rassismus freien Raum zu schaffen. Die Workshops, die sich an weiße Lehrer*innen richteten, waren schnell komplett ausgebucht, und das Feedback der Teilnehmer*innen war durchweg positiv.

 In der Schule werden die Kinder nicht nur auf die berufliche Zukunft vorbereitet, sondern auch auf das Zusammenleben in der Gesellschaft. Die Vorstellungen davon, wie sich dieses Zusammenleben gestaltet, sind dabei keineswegs neutral, und ihre Weitergabe geschieht oft unbewusst. Denkmuster, die auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen zu finden sind, werden oft ohne Hinterfragen von Lehrkräften weitergegeben. Auch rassistische Diskriminierung ist davon nicht ausgenommen.

Mit großem Interesse und viel Offenheit gingen die teilnehmenden Lehrer*innen gemeinsam mit der Referentin dabei besonders auf die folgenden Fragen ein: „Wie äußert sich rassistische Ausgrenzung im Klassenzimmer?“ „Welche Position nehmen dabei weiße Lehrer*innen ein?“ „Was bedeuten Machtverhältnisse im Raum Schule für Schüler*innen, die (kollektive) Erfahrungen mit Rassismus machen?“ „Wie können weiße Lehrer*innen in ihrem Unterricht kritisch damit umgehen?“ „Welche Bedeutung spielen dabei die eigenen Privilegien und welche Verantwortung tragen insbesondere weiße Lehrer*innen?“

Um der Ausgrenzung entgegenstehen zu können, sammelten die Lehrkräfte im Workshop Ideen, wie die Schule zu einem Rassismus kritischen Raum umgestaltet werden kann. So könnten zum Beispiel mehr Geschichten aus der Perspektive von Zugewanderten einbezogen werden, um den Schüler*innen Perspektivwechsel zu ermöglichen. Sprache sollte reflektiert und Begriffe gefunden werden, die nicht diskriminierend sind.

Als weiteren wichtigen Schritt empfiehlt Frau Bayrakli den Lehrkräften, die eigene Positionierung anzuerkennen und Privilegien zu reflektieren. Bei diesem Prozess ist es hilfreich, die eigenen Erwartungshaltungen, Stereotype und Vorurteile zu hinterfragen. Außerdem sollte die Zusammenarbeit mit externen Trägern gefördert werden, die benachteiligte Gruppen mit bestimmten Strategien bestärken und empowern können.

Die Integrationsagentur freut sich über so reges Interesse an einem so relevanten Thema und bedankt sich bei allen Beteiligten für das Engagement und die Bereitschaft, sich mit diesem schwierigen Thema auseinanderzusetzen.