Schutzkonzept

Schutz braucht Aufmerksamkeit, Wissen und klare Wege

Logo SchutzkonzeptAlle Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche, sollen sich in Kirche und Diakonie sicher fühlen können. Sowohl Teilnehmende als auch Mitarbeitende sollen darauf vertrauen dürfen, dass alle aufmerksam sind, Grenzen respektieren und wissen, was im Falle des Falles zu tun ist. Genau hier setzt das Schutzkonzept des Evangelischen Kirchenkreises Solingen und des Diakonischen Werkes an.

Seit 2021 gibt es ein gemeinsames Schutzkonzept zur Prävention von sexualisierter Gewalt. Hierdurch soll eine Haltung der gegenseitigen Achtsamkeit entstehen und alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden erhalten Handlungssicherheit. Denn Schutz entsteht nicht allein durch gute Absichten. Er braucht Sensibilität, Wissen, benannte Zuständigkeiten und vor allem eine klare Haltung

 

Aufmerksamkeit: Hinschauen statt wegsehen

Schulung SchutzkonzeptDas Schutzkonzept steht für einen offenen und transparenten Umgang mit einem schwierigen Thema. Beobachtungen, Unsicherheiten oder ein ungutes Bauchgefühl sollen nicht heruntergespielt oder verschwiegen werden. Vielmehr geht es darum, aufmerksam hinzusehen, Fragen zuzulassen und vorhandene Hinweise ernst zu nehmen.

Dabei steht niemand unter Generalverdacht. Pädagogische, diakonische und kirchliche Arbeit lebt von Beziehungen, Vertrauen und Nähe. Gleichzeitig braucht sie ein bewusstes Verhältnis von Nähe und Distanz. Die Schulungen unterstützen die Teilnehmenden dabei, das eigene Verhalten zu reflektieren, persönliche Grenzen wahrzunehmen und auch langjährige Gewohnheiten kritisch zu hinterfragen.

Die uns anvertrauten Menschen sollen erfahren, dass ihre Grenzen respektiert werden und dass sie sich für diese einsetzen dürfen.

 

Wissen: Schulungen für Haupt- und Ehrenamtliche

Schulung SchutzkonzeptIm Bereich der Evangelischen Kirche im Rheinland richten sich die Präventionsschulungen nicht ausschließlich an Menschen, die unmittelbar mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Geschult werden grundsätzlich alle haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende. Diese Schulungen sind verpflichtend und müssen längstens nach fünf Jahren wiederholt werden. (Sollten Sie aufgrund einer persönlichen Betroffenheit nicht an einer Schulung teilnehmen können, nehmen Sie gerne zu Frau Johann oder einer Vertrauensperson Kontakt auf.) Dahinter steht die Überzeugung, dass Schutz und Achtsamkeit eine gemeinsame Aufgabe sind.

Im Evangelischen Kirchenkreis Solingen sind vier Multiplikatorinnen im Auftrag des Kirchenkreises für die Schulungen tätig.

Es gibt je nach Tätigkeitsfeld abgestufte Schulungen. Genauer Infos finden Sie unter folgendem Link: Schutz gegen sexuelle Gewalt – Schulungstermine für Mitarbeitende 2026 – Solingen

Neben den zentral angebotenen Terminen können Gemeinden, Einrichtungen, Kindertagesstätten oder einzelne Handlungsfelder auch eine eigene Schulung anfragen. Wenn eine ausreichende Zahl an Teilnehmenden zusammenkommt, werden gemeinsame Termine vereinbart. Dadurch können die Angebote bedarfsgerecht organisiert und möglichst viele Mitarbeitende erreicht werden.

Verantwortlich für das Schutzkonzept und die Durchsetzung der Schulungspflicht sind die jeweiligen Leitungspersonen.

 

Klare Wege: Was ist im Ernstfall zu tun?

Ein wichtiger Bestandteil der Schulungen neben der Sensibilisierung ist die Frage, wie Mitarbeitende bei einer möglichen Grenzverletzung oder einer auffälligen Beobachtung handeln sollen. Niemand soll aus Unsicherheit handlungsunfähig sein. Denn Unsicherheit kann dazu führen, dass Menschen zögern oder eine Wahrnehmung zunächst für sich behalten. Das Schutzkonzept schafft deshalb eindeutige Ansprech- und Meldewege, die für alle verpflichtend sind.

Hierfür gibt es im Kirchenkreis zwei Vertrauenspersonen: Simone Henn-Pausch und Simone Tschense. Die beiden fungieren bei einer Meldung als Lotsen im System und leiten das weitere Vorgehen ein.  Bei einer beobachteten oder mitgeteilten Grenzverletzung müssen sie kontaktiert werden. Das gilt ausdrücklich auch dann, wenn noch keine Gewissheit besteht und zunächst nur ein ungutes Gefühl vorhanden ist. Es ist daher auch möglich, dass Irritationen mit den Vertrauenspersonen anonymisiert besprochen werden können.

Offenheit und klare Kommunikation helfen dabei, Menschen zu schützen und zugleich allen Beteiligten Sicherheit im Umgang mit Beobachtungen und Verdachtsmomenten zu geben.

 

Schutz ist eine gemeinsame Aufgabe

Die Schulungen behandeln ein sensibles Thema. Dennoch zeigen die bisherigen Rückmeldungen nach Aussage der Teilnehmenden, dass sie verständlich, praxisnah und kurzweilig gestaltet sind.

Entscheidend ist, dass alle Beteiligten Verantwortung übernehmen. Menschen zu schützen heißt, ihre Grenzen ernst zu nehmen und ihre Selbstbestimmung zu stärken.

Das Schutzkonzept gibt dafür einen verbindlichen Rahmen. Die Schulungen füllen diesen Rahmen mit Wissen, Aufmerksamkeit und konkreten Handlungsmöglichkeiten. So wird aus dem Anspruch, ein sicherer Ort zu sein, eine Aufgabe, an der alle gemeinsam und transparent mitwirken.

Mehr zum Schutzkonzept finden Sie hier