BERATUNG UND FAMILIENHILFEN

Ulrike Kilp im Gespräch mit Susanne Markert

Im Dezember 2025 hat unsere Geschäftsführerein Ulrike Kilp ein Interview mit unserer Handlungsfeldleiterin Susanne Markert geführt. Es geht um die Herausforderungen der Arbeit in den Familienhilfen und was sie sich für dieses Jahr 2026 wünscht.

Foto InterviewUlrike Kilp: Liebe Susanne, du bist bei uns Expertin für das Thema, das uns heute beschäftigt. Unsere Frage lautet: Wie geht es den Kindern in unserem Land? Aber bevor wir starten: Stell dich bitte kurz vor.

Susanne Markert: Gerne. Ich bin Handlungsfeldleitung für den Bereich Beratung und Familienhilfen und arbeite seit 2009 im Diakonischen Werk Solingen. Angefangen habe ich als Diplom-Pädagogin, später habe ich die Ausbildung zur systemischen Therapeutin gemacht – weil diese Sichtweise auf die Systeme, mit denen wir arbeiten, sehr hilfreich ist.

Ulrike Kilp: Systeme – das klingt spannend. Was meinst du damit?

Susanne Markert: Familien oder Kinder, die zu uns kommen, bringen immer ihr ganzes Umfeld mit: familiäre Strukturen, Kita, Schule, manchmal auch Fluchterfahrungen. All das wirkt auf die Entwicklung und die Prozesse, die wir begleiten. Wir sehen das Kind also immer als Teil eines Systems.

Ulrike Kilp: Wann kommen Kinder zu euch – und warum?

Susanne Markert: Das ist sehr unterschiedlich. Manche Familien kommen mit Babys, andere mit Jugendlichen oder jungen Erwachsenen. In unserer Beratungsstelle melden sich meist Erwachsene wegen Paar- oder Lebensproblemen. Im Familienhilfezentrum kommen Familien über das Jugendamt zu uns, weil sie Unterstützung brauchen – oft aufgrund von Hinweisen aus Schule oder Kita.

Ulrike Kilp: Was erlebst du – wie geht es den Kindern in unserem Land heute?

Susanne Markert: Kinder brauchen stabile, präsente Erwachsene, die Verantwortung übernehmen und Bindung anbieten. In den letzten Jahren haben Kinder viele Krisen erlebt – weil ihre Eltern Krisen hatten und auch Kitas und Schulen betroffen waren. Deshalb sind Kinder oft nicht ausreichend versorgt mit stabilen Beziehungen. Sie brauchen Erwachsene, die an ihrer Seite sind, sie unterstützen und lieben.

Ulrike Kilp: Wie arbeitet ihr, damit Kinder das bekommen, was sie brauchen?

Susanne Markert: Wir arbeiten viel mit den Eltern: Wie können sie ihr Kind sehen, eine gute Bindung aufbauen? Das ist besonders wichtig bei kleinen Kindern. Außerdem arbeiten wir direkt mit Kindern – stärken ihr Selbstbewusstsein, ermutigen sie. Viele kommen mit Mobbingerfahrungen. In Gruppen lernen sie, wie soziales Miteinander ohne Gewalt funktioniert.

Ulrike Kilp: Was wäre dein größter Wunsch für 2026?

Susanne Markert: Dass bestehende Systeme gut funktionieren und Kinder gut aufgefangen werden. Und dass niederschwellige Angebote wie unser Mütter-Kinder-Café weiter finanziert und ausgebaut werden können. Dort finden junge Mütter mit kleinen Kindern Kontakte und Beratung, auch viele mit Fluchterfahrung. Der Bedarf ist riesig – wir mussten seit längerer Zeit einen Tag in der Woche schließen. Das konnten wir uns nicht mehr leisten. Und die Räume platzen gerade auch aus allen Nähten.

Ulrike Kilp: Das klingt nach einem wichtigen Wunsch. Vielen Dank für das Gespräch – und auf ein gutes neues Jahr!

Hier finden Sie unsere Angebote im Handlungsfeld Beratung und Familienhilfen

Kontakt:

Susanne Markert und Holger Berg

Handlungsfeldleitung

Telefon: 0212 287-270 (Holger Berg) oder 0212 287-272 (Susanne Markert)

E-Mail: flex@diakonie-solingen.de