Peter ist jetzt Anfang 60 und trocken. Der Alkohol und er hatten aber eine lange, gemeinsame Zeit. Peters Sucht begann – wie bei vielen Abhängigen – schleichend.

Der erste Vollrausch

Mit 13 Jahren war Peter zum ersten Mal richtig betrunken – pubertär war das, findet er heute. Das passierte immer mal wieder, es gab aber auch lange Phasen ohne Alkohol. Peter beendete die Schule und eine Ausbildung zum Werkzeugmacher. Er sei immer fleißig gewesen und nur an den Wochenenden mit den „Jungs „durch die Kneipen gezogen. Irgendwann trank er täglich – nur abends und nie Zuhause.

Mitte der achtziger Jahre war der Alkohol ein guter Freund und Peter stellte fest „ich habe nur noch Saufkumpane, aber keine richtigen Freunde mehr „. Die Frau, mit der er damals zusammenlebte, trank auch. Peter, so erzählt er, wollte seinen Körper wieder in Ordnung bringen. Die erste Entgiftung folgte, da war er knapp 30.

Peter macht seine Arbeit gerne, bildet sich weiter und überlegt zur See zu fahren. Enttäuscht, weil dies nicht klappt, kommt er zurück ins Bergische Land. Es beginnt ein Auf und Ab zwischen Entgiftungen, Therapien und abstinenten Phasen, der Drang zu trinken aber ist mächtig. Schon morgens hilft er Peter, den Tag zu überstehen und zu funktionieren.

Der Absturz

Jobverlust, Schulden, Depressionen und eine schlechte körperliche Verfassung – 2005 war Peter fast am Ende. Ich hatte keinen Faden mehr, sagt Peter und auch Freunde gab es nicht. Seine Familie steht dem Absturz hilflos gegenüber. Peter hat sich immer wieder selbstständig Hilfe gesucht, zuletzt einer rechtlichen Betreuung durch den evangelischen Betreuungsverein zugestimmt.

Ich wollte mein Leben aufräumen und die Baustellen abarbeiten, alleine hätte ich das nicht geschafft, sagt Peter. Gemeinsam mit seinem Betreuer hat er „aufgeräumt“, Schulden abgebaut, viele Gespräche geführt und wieder gearbeitet. Lange Jahre ging das gut, 2015 musste er wieder in den Entzug.

Endlich trocken – nach 40 Jahren

Es war eine lange und schmerzliche Zeit für Peter. Dank der Hilfen von Medizinern, Psychologen und dank der Hartnäckigkeit seines Betreuers regelt Peter jetzt wieder so viel wie möglich alleine. Und: er hat wieder guten Kontakt zu seiner Familie und hilft seiner alten Mutter. Sein Leben hat wieder Struktur, auch wenn es immer noch schwierig ist, die Depressionen in den Griff zu bekommen. Aus Sicherheit für sich selbst, hat er auch weiterhin der rechtlichen Betreuung zugestimmt.

Für die Zukunft

Peter ist vielseitig interessiert, doch immer noch fehlt ihm die innere Ruhe. Selbstbewusst, intelligent, aber einsam. Gerne hätte er jemanden, mit dem er seine Interessen teilen, gemeinsam am Tisch sitzen könnte – für die Zukunft.

 

Unfall, Krankheit, Behinderung oder auch Alter.

Es gibt verschiedene Gründe, die dazu führen, dass volljährige Menschen ihre Angelegenheiten ohne Hilfe nicht mehr alleine bewältigen können und Hilfe benötigen.

In solchen Fällen werden oft ehrenamtliche rechtliche Betreuer*innen benötigt.

Wir, die Mitarbeiter*innen des Evangelischen Betreuungsvereins Solingen e.V. freuen uns über Menschen, die bereit sind solch ein verantwortungsvolles Ehrenamt als gesetzliche Betreuer*innen zu übernehmen.

Bei der Wahrnehmung dieser Aufgabe, die wie Peter beschreibt, von existentieller Bedeutung ist, stehen wir Ihnen beratend zur Verfügung.

Vorrangig soll der/die rechtliche Betreuer*in den betreuten Menschen bei einer eigenen Entscheidungsfindung unterstützen, damit dieser mit Hilfe des/der Betreuers*in  befähigt wird, ein Leben nach eigenen Wünschen und Fähigkeiten zu gestalten.

Wir brauchen Sie – die Ehrenamtlichen!

Weitere Infos zum Evangelischen Betreuungsverein Solingen erhalten Sie auf unserer Homepage und auf dem Flyer des Betreuungsvereins.

 

Ihr Evangelischer Betreuungsverein Solingen