Filmvorführung in der Cobra

Die Integrationsagentur des Diakonischen Werkes und Amnesty International laden am Dienstag, dem 28. 09.2021, um 19.00 Uhr zu dem Film „Zentralflughafen THF“ in den Räumen der Cobra ein. Dieser Film wird im Rahmen der Interkulturellen Woche 2021 gezeigt, während der die Stadt Solingen wie verschiedene Träger ein vielfältiges Programm anbieten.

 

Der Film von Karim Aïnouz dokumentiert auf einfühlsame Art das Leben geflüchteter Menschen in den temporären Unterkünften am ehemaligen Flughafen Tempelhofer Feld – und wirft dabei auch Fragen über das Nebeneinander oder Miteinander in einer diversen Gesellschaft auf.

 

Ein ebensolches gesellschaftliches Miteinander, insbesondere mit Einbeziehung und Teilhabe zugewanderter Menschen, ist ein zentrales Ziel der Integrationsagenturen. Besonders wichtig dabei ist, den Stadtteil und seine Einwohner*innen gut zu kennen – nur so können die Maßnahmen funktionieren. Auch im Film spielt der Standort der Unterkünfte eine tragende Rolle: Wo im Zweiten Weltkrieg Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter*innen festgehalten und während der Blockade im Kalten Krieg Berlin mit Lebensmitteln versorgt wurden, ist heute ein beliebtes Ausflugsziel für Berliner*innen wie Tourist*innen. Auf einer Fläche von 300 Hektar wird gepicknickt, geskatet und spaziert – und oft auch übersehen, dass in den Hangars am Rand des Feldes Menschen leben. Dabei handelt es sich um Menschen, die im Krieg alles zurücklassen mussten – und nun in der neuen temporären Umgebung ihren Alltag bestreiten.

 

Aïnouz ermöglicht den Zuschauenden, diese Menschen und ihr Leben kennenzulernen, das direkt neben dem Leben der Freizeittouristen auf dem ehemaligen Fluggelände stattfindet, und doch oft vergessen wird. Die Integrationsagentur und Amnesty International möchten im Rahmen der Veranstaltung dazu einladen, sich auch in Solingen umzusehen, die Mitmenschen bewusster wahrzunehmen, und gemeinsam ein respektvolles Miteinander vor Ort zu schaffen.

 

28.09.2021, Einlass ab 19:00 Uhr, Cobra Solingen (Merscheider Str. 77, 42699 Solingen)

Filmdauer 100 Minuten (plus kurze Einführung)

Anmeldung erforderlich an fiona.sprack@evangelische-kirche-solingen.de

Einlass nur bei Beachtung der 3G-Regel (kontrolliert wird beim Einlass)

07. September 2021

Virtueller Anti-Rassismus-Workshop des Diakonischen Werkes Solingen ein voller Erfolg

Die Integrationsagentur des Diakonischen Werkes Solingen lud kürzlich gemeinsam mit der Lehrerin und Referentin Sengül Bayarakli zu zwei Online-Workshops ein, die zum Ziel hatten, in den Schulen einen Rassismus freien Raum zu schaffen. Die Workshops, die sich an weiße Lehrer*innen richteten, waren schnell komplett ausgebucht, und das Feedback der Teilnehmer*innen war durchweg positiv.

 In der Schule werden die Kinder nicht nur auf die berufliche Zukunft vorbereitet, sondern auch auf das Zusammenleben in der Gesellschaft. Die Vorstellungen davon, wie sich dieses Zusammenleben gestaltet, sind dabei keineswegs neutral, und ihre Weitergabe geschieht oft unbewusst. Denkmuster, die auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen zu finden sind, werden oft ohne Hinterfragen von Lehrkräften weitergegeben. Auch rassistische Diskriminierung ist davon nicht ausgenommen.

Mit großem Interesse und viel Offenheit gingen die teilnehmenden Lehrer*innen gemeinsam mit der Referentin dabei besonders auf die folgenden Fragen ein: „Wie äußert sich rassistische Ausgrenzung im Klassenzimmer?“ „Welche Position nehmen dabei weiße Lehrer*innen ein?“ „Was bedeuten Machtverhältnisse im Raum Schule für Schüler*innen, die (kollektive) Erfahrungen mit Rassismus machen?“ „Wie können weiße Lehrer*innen in ihrem Unterricht kritisch damit umgehen?“ „Welche Bedeutung spielen dabei die eigenen Privilegien und welche Verantwortung tragen insbesondere weiße Lehrer*innen?“

Um der Ausgrenzung entgegenstehen zu können, sammelten die Lehrkräfte im Workshop Ideen, wie die Schule zu einem Rassismus kritischen Raum umgestaltet werden kann. So könnten zum Beispiel mehr Geschichten aus der Perspektive von Zugewanderten einbezogen werden, um den Schüler*innen Perspektivwechsel zu ermöglichen. Sprache sollte reflektiert und Begriffe gefunden werden, die nicht diskriminierend sind.

Als weiteren wichtigen Schritt empfiehlt Frau Bayrakli den Lehrkräften, die eigene Positionierung anzuerkennen und Privilegien zu reflektieren. Bei diesem Prozess ist es hilfreich, die eigenen Erwartungshaltungen, Stereotype und Vorurteile zu hinterfragen. Außerdem sollte die Zusammenarbeit mit externen Trägern gefördert werden, die benachteiligte Gruppen mit bestimmten Strategien bestärken und empowern können.

Die Integrationsagentur freut sich über so reges Interesse an einem so relevanten Thema und bedankt sich bei allen Beteiligten für das Engagement und die Bereitschaft, sich mit diesem schwierigen Thema auseinanderzusetzen.

Nachfragen ist erwünscht in der Expertenrunde am 02.09.2021

Näheres dazu finden Sie hier.

Krise oder Chance – eine wahre Paar-Geschichte

Solingen, 27.08.2021

 

Susanne und Wolfgang P., beide Mitte 50, sind seit Jahrzehnten verheiratet. Die Kinder sind aus dem Haus und führen mittlerweile ihr eigenes Leben. Nach so vielen Jahren des Zusammenseins setzte das ein, was viele Paare kennen: das Leben verlief in geordneten, alltäglichen Bahnen ohne wirkliche Höhen und Tiefen. Susanne und Wolfgang funktionierten. Mehr Zuwendung, mehr Wertschätzung, mehr Gemeinsames, mehr Sprechen mehr von den vielen kleinen Dingen, die in einer Partnerschaft so wichtig sind – all das fehlte Susanne. Sie fand dies bei einem anderen Mann. Doch die Bombe platzte und es kam heraus.

Stress, Streit, Hilflosigkeit

Monate zog sich die Krise hin, mit gegenseitigen Vorwürfen, aber auch tagelanger Sprachlosigkeit. Wolfgang verließ die gemeinsame Wohnung, kehrte aber wieder zurück. Das Vertrauen jedoch war nachhaltig gestört. Die langjährige Ehe stand vor dem Scheitern, eine Lösung war nicht in Sicht. Susanne und Wolfgang entschieden sich für eine Paarberatung beim Diplom – Psychologen Harro Viererbl von der Evangelischen Beratungsstelle des Diakonischen Werkes Solingen. Viel Hoffnung hatte das Paar anfangs nicht.

Intensive Therapiestunden und der Lockdown

Anderthalb Jahre haben Susanne und Wolfgang gemeinsam mit Harro Viererbl an ihrer Partnerschaft gearbeitet. Eine Entwicklung des sich langsamen Annäherns, für mehr Sprache, des Verstehens und Verzeihens begann – im Lockdown. Und der habe, so sagen sie übereinstimmend, auch noch geholfen. Susanne war im Homeoffice, Wolfgang, als Selbständiger, konnte mittags nach Hause kommen. Es gab wieder gemeinsame Mahlzeiten, Spaziergänge, mehr gemeinsame Zeit im Alltag.  Sie redeten wieder miteinander, gingen wieder aufeinander zu, fehlende Kontakte nach draußen halfen ebenso.

Familien in der Krise

Wochenlang war die Evangelische Beratungsstelle für Paare, Familien, Erziehungs- und Lebensfragen ausschließlich per Telefon und Video erreichbar. Persönliche Kontakte waren nicht oder kaum möglich. Doch alle Therapeut*innen hielten den so wichtigen Kontakt zu Klienten, teils per Video oder auch per Telefon. Im Gegensatz zu Susanne und Wolfgang hat der Lockdown, hat Corona in vielen Beziehungen oder Familien für große Krisen gesorgt. Kitas und Schulen geschlossen, Homeoffice, Jobverlust, Kurzarbeit, Geldnöte – all das hat viele Paare und Familien überfordert. Es bündele sich mehr Zuhause, so Diplom-Kunsttherapeutin Karen Bienhaus und Diplom-Pädagoge Vlad Chiorean. Es seien die klassischen Abläufe innerhalb der Familien gestört, dauernde Nähe und auch Enge hätten zu heftigen Spannungen geführt. Paar-Zeit – also Zeit sich um die Partnerschaft zu kümmern – fand nicht statt.

Kompetente Unterstützung

Menschen, die sich in der Evangelischen Beratungsstelle melden, brauchen professionelle Hilfe. Die Mitarbeiter*Innen der Beratungsstelle verfügen über therapeutische Zusatzausbildungen. Schon beim Erstgespräch gebe es eine gewisse Entlastung für die Klient*innen. Werden hier doch gemeinsam mit den Therapeut*innen die Probleme sortiert. Es brauche Mut für den ersten Schritt, denn häufig hätten Menschen nicht gelernt, miteinander zu sprechen oder es im Laufe der Jahre verlernt. Jeder bringe einen “ Rucksack “ mit in eine Partnerschaft. Die Herkunftsfamilie, der eigene Lebensgeschichte spielten ebenfalls eine große Rolle. Eine tragfähige, vertrauensvolle Arbeitsbeziehung zwischen Therapeut*innen und Klient*innen sei das Wichtigste.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage:

https://diakonie-solingen.de/angebote-einrichtungen/evangelische-beratungsstelle/

Die Ev. Beratungsstelle für Paar-, Familien-, Erziehungs- und Lebensfragen befindet sich in Solingen in der Kasernenstraße 23.

Die MitarbeiterInnen sind unter der 0212 287287 und beratungsstelle@evangelische-kirche-solingen.de erreichbar.

 

11.07.2021

Vlad Chiorean, Vertrauensperson von der Evangelischen Beratungsstelle, berichtet im Radio RSG über das neue Schutzkonzept. Das Schutzkonzept legt Maßnahmen fest, die dazu beitragen sollen, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene vor möglichen Übergriffen geschützt werden.

Das Interview ist unter folgendem Link zu hören: Radiobeitrag

03. Juli 2021

Betroffene Tumorpatienten, die Fragen und Sorgen rund um das Thema Krebs und die Folgen haben, können sich kostenfrei von ehrenamtlichen Mitarbeitenden beraten lassen. Die erfahrenen Ehrenamtlichen waren bereits in der Vergangenheit für das Tumorzentrum Solingen e. V. aktiv, das sich aufgelöst und die Aufgabe an die Diakonie übertragen hat.
Ratsuchende können sich zur Terminvereinbarung montags und mittwochs zwischen 10:00 und 12:30 Uhr unter folgender Telefonnummer melden: 0176 48083 500 oder eine E-Mail an krebsberatung@evangelische-kirche-solingen.de schreiben.

23. Juni 2021

Einführung neuer Mitarbeitender

 

Zahlreiche Männer und Frauen haben in den zurückliegenden Monaten haupt- oder ehrenamtlich neue Aufgaben in Kirchenkreis und Diakonie übernommen. In einem Gottesdienst wurde sie nun feierlich begrüßt.

Superintendentin Dr. Ilka Werner spricht Mitarbeitenden Gottes Segen zu.

„Gott mutet uns zu Verantwortung zu übernehmen“, betonte Superintendentin Dr. Ilka Werner vor zahlreichen Männern und Frauen, die in den letzten 18 Monaten im Evangelischen Kirchenkreis Solingen und seinem Diakonischen Werk als Mitarbeitende im Haupt- oder Ehrenamt wichtige Aufgaben oder Funktionen übernommen hatten. Im Rahmen eines Einführungsgottesdienstes wurden sie jetzt mit der Bitte um den Segen Gottes in ihre Aufgaben eingeführt. Mehr als 40 Personen waren eingeladen. Wegen der immer noch geltenden Coronaschutzmaßnahmen konnten keine weiteren Personen teilnehmen.

„Wir sind nicht Gott“

In ihrer Ansprache über einen Vers auf dem biblischen Buch des Propheten Ezechiel (Kapitel 34, Vers 16) wies die Superintendentin auf die Aufgaben und Zumutungen hin, die sich für die Neuen aus den Worten des Propheten ergäben: „Wir sollen Verantwortung übernehmen in der Kirche und in der Stadt, dass es den Menschen gut geht, besser geht durch das, was wir tun und bewirken.“ Doch gleich schränkte sie diesen hohen Anspruch auch wieder etwas ein: „Wir müssen nicht alles schaffen, denn wir sind nicht Gott. Als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Gottes ist unsere Verantwortung begrenzt. Darum können und sollen wir mit klarem Verstand entscheiden, wo wir gefordert sind und wo nicht.“

Über aller Zumutung und Verantwortlichkeit, so die Superintendentin, stünde für die neuen Mitarbeitenden sowieso Gottes große Verheißung: „Ich will euer Gott sein!“ In diesem Versprechen seien alle gehalten und geborgen – im Leben wie im Arbeiten.

Auch Verabschiedungen

Neben Mitarbeitenden aus evangelischen Kitas und weiteren Arbeitsfeldern des Diakonischen Werks und der Kirchenkreisverwaltung wurden auch der Jugendreferent des Kirchenkreises, Dennis Längert, die neuen Mitglieder im Kreissynodalvorstand (KSV) Ingrid Rust, Reiner Kirchner und Lukas Schrumpf sowie die neue Diakoniepfarrerin Michaela Röhr feierlich begrüßt. Gleichzeitig wurden die langjährige Schulpfarrerin am Friedrich-List-Berufskolleg, Ulrike Rudolph, und das langjährige Mitglied im KSV, Anne Pallasch, mit Gottes Segen verabschiedet.

Autor: Thomas Förster

Wir danken dafür, dass uns der Artikel zur Verfügung gestellt wird. Er ist auch nachzulesen auf der Homepage des Evangelischen Kirchenkreises Solingen: https://www.ekir.de/solingen/kirchenkreis/archiv-2021.php

24.06.2021

Mitte-Studie

Das Diakonische Werk hat mit der Stadt eine Studie auf den Weg gebracht – um menschenfeindliche Tendenzen und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Solingen zu untersuchen. Ergebnisse liegen vor: Nun sind Gesellschaft, Politik und Kirche am Zug.

Möchte in Solinger eine Debatte über Zusammenhalt in der Gesellschaft führen: Diakonie-Geschäftsführerin Ulrike Kilp.

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Peter ist jetzt Anfang 60 und trocken. Der Alkohol und er hatten aber eine lange, gemeinsame Zeit. Peters Sucht begann – wie bei vielen Abhängigen – schleichend.

Der erste Vollrausch

Mit 13 Jahren war Peter zum ersten Mal richtig betrunken – pubertär war das, findet er heute. Das passierte immer mal wieder, es gab aber auch lange Phasen ohne Alkohol. Peter beendete die Schule und eine Ausbildung zum Werkzeugmacher. Er sei immer fleißig gewesen und nur an den Wochenenden mit den „Jungs „durch die Kneipen gezogen. Irgendwann trank er täglich – nur abends und nie Zuhause.

Mitte der achtziger Jahre war der Alkohol ein guter Freund und Peter stellte fest „ich habe nur noch Saufkumpane, aber keine richtigen Freunde mehr „. Die Frau, mit der er damals zusammenlebte, trank auch. Peter, so erzählt er, wollte seinen Körper wieder in Ordnung bringen. Die erste Entgiftung folgte, da war er knapp 30.

Peter macht seine Arbeit gerne, bildet sich weiter und überlegt zur See zu fahren. Enttäuscht, weil dies nicht klappt, kommt er zurück ins Bergische Land. Es beginnt ein Auf und Ab zwischen Entgiftungen, Therapien und abstinenten Phasen, der Drang zu trinken aber ist mächtig. Schon morgens hilft er Peter, den Tag zu überstehen und zu funktionieren.

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